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Author: Hannah Schuffert

Sporturlaub?!

Homburg-Einvd 29. 10. 2002

Warum denn nicht?

Actionurlaub hat absolut nichts mit dem Sportunterricht in der Schule gemeinsam und ist auch kein besseres Trainingscamp der Bundeswehr!

"Sporturlaub??", wieder einmal schauen mich zwei Augen entsetzt an, als hätte ich soeben verkündet, in den Ferien die Milchstraße entlang gejoggt zu sein. Ja, traurig aber wahr, dieses Stigma hat wohl hierzulande alles, was mit Sport zu tun hat. Dabei hat ein Actionurlaub nichts mit dem Sportunterricht in der Schule gemeinsam und ist auch kein besseres Trainingscamp der Bundeswehr.

Zugegeben, auch in meinem Gehirn hatte sich die weit verbreitete Vorstellung festgesetzt: Leute, die Sporturlaub machen, sind Sportfanatiker, die alle schon mindestens an einer Olympiade teilgenommen haben und die nun Ferien machen mit anspruchsvollem Trainingsprogramm. Doch da die Angebote in den normalen Reisekatalogen sich mit langweiligen Allerweltsurlauben überboten, wagte ich es schließlich doch und buchte einen Sporturlaub.

Es zog mich, gemeinsam mit einer Freundin, nach Südfrankreich in ein Camp an der Ardhche. Die erste riesige Erleichterung war die Tatsache, dass keine der Sportmöglichkeiten obligatorisch war. Wer an den Aktivitäten Mountainbiking, Aerobic, Kanutouren, Trekking, Climbing und Schwimmen teilnehmen wollte, musste sich am Vorabend in eine Liste eintragen oder konnte mit etwas Glück morgens noch einen freien Platz ergattern. Das jeweilige Sportprogramm wurde in Gruppen von acht Leuten bewältigt und es gab immer wieder Pausen, während denen man sich bei einer Runde Schwimmen durch den Fluss von den Strapazen und den heißen Temperaturen erholen konnte.

Für jeden Tag wurden mehrere Unternehmungen auf einem Pinnboard bekannt gegeben, so dass man für morgens und mittags getrennt wählen konnte. Die einzige Ausnahme bildete die Kanutour, die zwei Tage dauerte (mit Biwakking unter freiem Sternenhimmel).
Wem alles zu anstrengend war, konnte den ganzen Tag am oder im kühlen Fluss bleiben und die wunderschöne Umgebung aus zerklüfteten Felsen bewundern. Abends ging's dann in die Disco am anderen Flussufer, neben dem das Camp lag, zu einem (freiwilligen) Volleyballturnier oder zum Schlafen in eine Höhle. Sonst wurde in 4er Zelten genächtigt.
Am Wochenende besuchten wir per Bike einen mediterranen Markt in der nächstgrößeren Stadt, wo ich stolz meine Französisch-Kenntnisse an den Mann bringen konnte.

Mein Appell an euch: Ist es nicht zu überlegen, etwas Schweiß un Anstrengung zu opfern, um sich dann braun, knackig und mit einer Traumfigur zu Hause bewundern lassen zu können? Wer Angst vor einer sportlichen Niederlage hat, dem sei gesagt: Jeder blamiert sich mal! Ich bin auch nur eine Durchschnittssportlerin, aber es ist nicht schlimm, weil du die meisten Leute nicht wieder sehen wirst. Es gibt niemanden, der wirklich unsportlich ist - er oder sie hat dann nur noch nicht die passende Sportart gefunden.


Meine Tipps:

- Das Allerwichtigste ist, ob Sportangebot und Equipment inklusive sind. Nur so lassen sich Preise vergleichen.

- Rahmenbedingungen beachten: Muss ich Küchendienst machen? Anreise per Bus oder Zug? Ist die Organisation vielleicht von irgendeiner öffentlichen Institution ausgezeichnet worden? Zelt oder Hotel? Alter?



http://www.ski-surf.com/susßnuernberg.html- Die Homepage der "Ski und Surf Company", mit der ich verreist bin (und das geht nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter).

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